Robert-Havemann-Gymnasium – Entwicklung und Aufbau eines Echtzeit-Energie- und Klimaschutzmessnetzes

Im Rahmen von früheren Projekten wurde begonnen, einzelne Klassenräume mit Temperatur- und CO2-Anzeigetafeln auszurüsten, um ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Energiesparen (durch Beachtung der Raumtemperatur) und Gesundheit (Raumklima / CO2-Konzentration) zu erreichen. Dies hat sich als sehr teuer erwiesen. Zusätzlich gibt es in der gesamten zweiten Etage des Schulgebäudes PC-gesteuerte Einzelraumregelungen (die mit Geldern eines gewonnenen Umwelt-Wettbewerbes finanziert wurden), die zentralen Steuerungen der Raumtemperaturen ermöglichen. Um Klima- und Umweltschutz mit Gesundheitsaspekten und der angestrebten Digitalisierung von Bildung zu verknüpfen, wurde als Wettbewerbsbeitrag am Robert-Havemann-Gymnasium ein Pilotprojekt gestartet, das sich beliebig erweitern lässt und bei Erfolg auf andere Schulen in ganz Berlin übertragbar ist.

Unter fachlicher Anleitung eines Computerexperten (Dr. Lützelberger) entwickeln 15 Schüler der Klassenstufen 7 – 10 im Rahmen einer AG ein W-LAN-basiertes Messnetz auf der Basis von Raspberry-Pi-Kleincomputern und werden dabei von Mitarbeitern des Köpfchen-statt-Kohle-Projektes betreut. Die Sensoren für CO2, Luftfeuchte und Raumtemperatur wurden in Gehäuse eingebaut, die die Schüler mit unserem 3D-Drucker selbst für diesen Zweck als Maßanfertigung geplant und hergestellt haben. Diese Sensoren werden in Klassenräumen installiert und übermitteln ihre Daten über ein eigenständiges W-LAN-Netz (unabhängig vom LAN/W-LAN der Schule, dass wegen spezieller Sicherheitseinstellungen nicht verwendet werden kann!) an Raspberry-Pi-Kleincomputer, wo die Daten in eine Datenbank geschrieben werden und jederzeit in Echtzeit abrufbar sind. Die räumliche Erweiterung des W-LAN-Messnetzes soll über zusätzliche Minni-Router oder W-LAN-Repeater erfolgen. Über eine Smartphone-App (und über einen Zentralcomputer) lassen sich so alle Messdaten der erfassten Räume in Echtzeit auswerten und grafisch darstellen.

Die gesammelten Daten werden wöchentlich ausgewertet. Die Ergebnisse fließen sowohl in die Verbesserung der Heizungssteuerung als auch in eine Kampagne für effektives und energieeffizientes Lüften ein. So werden Klimaschutz, Gesundheit und digitale Bildung in einem Projekt zusammengeführt, dass sich auf andere Schulen übertragen lässt. Im Falle eines Preisgewinns sollen die Gelder für die Erweiterung des Messnetzes auf das gesamte Schulgebäude verwendet werden.
Die Anschubfinanzierung ist dafür gedacht, dass erste vorhandene Basis-Messnetz für die geplante räumliche Erweiterung über weitere Mini-Router mit weiteren Netzen zu verknüpfen und die Programmierung und den Datenaustausch zwischen einzelnen Teilnetzen zu programmieren und im Schulalltag zu testen.